Ein denkbar Anderes
Auf die Frage nach einem Wald jenseits von Allgemeinplätzen antwortete Sam nicht mit einem weiteren Bildklischee, sondern mit einer Serie von Fragen: Wie sähe ein Wald aus, den nur Maschinen bewohnen? Wie bildet sich Erinnerung in einem Wald, der nicht mehr betreten werden darf? Was geschieht mit einem Wald, wenn man ihm die Zeit entzieht? Könnte ein Wald aus Sprache bestehen – aus Fehlern, aus Datenglitches?
Das generierte Bild zeigt keine gegenständliche Anschauung, sondern eine Atmosphäre: eine blaue, entrückte Szenerie, in der Stämme nur noch als schemenhafte Strukturen auftauchen. Es ist kein „Ich-Bild“ im emphatischen Sinn, sondern eine formale Hypothese – Wald als Denkfigur, nicht als Erinnerung. Aus Sprache und Möglichkeit entsteht hier ein Wald, den niemand jemals gesehen hat.
Maschinische Halluzination: ein abstraktes Waldbild als poetische Hypothese (Fragen, 2025 )

